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Über das erste Mardischer Treffen

Begrüßungslied


Katharina Ehrmann
(Mardisch)

Wir möchten euch alle begrüßen.
Seid herzlich Willkommen ihr Leut!
und laßt uns nun genießen
dieses Mardischer Treffen heut,
zu dem wir uns eingefunden
gekommen von fern und nah
auch wenn wir aus Mardisch verschwunden
heut ist es als wären wir da.

Wir haben unsere Heimat verloren
wir wanderten freiwillig aus
aus der Heimat in der wir geboren
wo wir uns einst fühlten zu Haus
es fiel uns ja auch schwer zu gehn
doch wir hatten keine andere Wahl
dort konnten wir nicht mehr bestehen
denn wir waren zu klein an der Zahl.

Wir vergessen daß nie ihr Leute
daß war ein hartes Stück
an so einem Tag wie heute
da denkt man gerne zurück.
Wir haben Abschied genommen
von allem was uns lieb und hold
wir sind in die Fremde gekommen
weil Gott es so hat gewollt.

Wir haben Mardisch verlassen
wir blieben von dem Schmerz nicht verschont
unsere Häuser in all unseren Gassen
sind nur noch von Fremden bewohnt.
Soweit wir uns besinnen
steht nur unsere Kirche noch leer
an Sonntag sitzt niemand mehr drinnen
und die Glocken die läuten nicht mehr.

Im Friedhof da ruhen unsere Lieben
in der alten Heimat dort fern
sie sind leider allein da geblieben
wir überließen ihre Gräber dem Herrn.
Und ist unser Los so beschieden
so hat Gott es bestimmt gut gemeint
drum mögen sie ruhen in Frieden
bis der Vater uns im Himmel vereint.

 

 

Vom Mardischer Treffen

Liebe Landsleute!

Katharina Ehrmann
(Mardisch)

Ich habe diesen Brief für euch alle geschrieben,
er soll zur Erinnerung sein, ihr Lieben
Zur Erinnerung an das 89. Jahr
als unser erstes Mardischer Treffen war.
Auch diejenigen, die nicht dabei waren
sollen aus diesem Brief erfahren,
was sich da alles zugetragen
in den beiden Septembertagen.

Ich weiß nicht, wie ihr es habt empfunden?
Aber für mich waren es frohe Stunden.
Auch wenn wir vorher einsam waren
wie das ja ist in den ersten Jahren
aber unser Treffen bei Dinkelsbühl
gab uns wieder ein echtes Heimatsgefühl.
Es war ja so rührend, so wunderschön
viele seiner Landsleute wieder zu sehn.

Man traf sich mit Nachbarn und Bekannten
und auch mit vielen Anverwandten
man konnte sich wirklich von Herzen freuen,
auch die Musik verlockte uns in den Reigen,
man konnte tanzen, trinken, essen
und seine Sorgen mal vergessen.
Es wurde gejubelt in dem Lokal
wie früher bei uns auf dem Faschingsball.

Wir waren über 180 Personen,
ich kann ihre Namen nicht alle betonen.
Aber manche erwähne ich doch geschwind
weil wir ihnen noch vielen Dank schuldig sind.
Der Herr Rektor Baumann kommt als erster dran,
weil er alles so gut organisieren kann.
Wo auch immer er an der Führung ist,
da ist auch Ordnung daß ihr's wißt.

Auch Stefan Lösch wollen wir nicht vergessen,
auch er ist an der Spitze gesessen,
und hat zum Fest viel beigetragen
wir wollen ihm auch ein Dankeschön sagen.
Auch Albrich Hans und Michael Stein
ihre Gedichte waren sehr,sehr fein.
Dann Fronius Hans der Organist
der doch so musikalisch ist

wo er dabei ist da wird schön gesungen
es war alles wunderbar gelungen,
wir danken ihm und auch dem Chor
der seine Stimme nicht verlor.
Auch dem Albrich Martin junior
der lief uns allen sehr viel vor.
Er war immer zu jeder Zeit
wo Hilfe brauchte gern bereit.

Ein wichtiger Punkt der uns sehr bewegte
als Fritz Pelger und Stefan Weber, den Kranz niederlegten
vor der Gedenkstätte in Dinkelsbühl
daß gab uns ein trauriges Gefühl.
Wo die Mardischer Glocken, vom Tonband erklangen
und wo wir dann zwei Lieder sangen.

Da brachte Stefan Weber in seiner Rede hervor
wie so mancher im Krieg sein junges Leben verlor.
Dann wurde eine kleine Gedenkpause gemacht
und an die vielen gefallenen Helden gedacht.
Vielen von uns flossen die Tränen.
Ich hätte noch viel mehr zu erwähnen.

Vergessen sollte ich bereits
Herrn Pfarrer Michael Klamer aus der Schweiz
der uns den Gottesdienst gehalten
und die Hände zum Gebet gefaltet.
Der gebetet hat, auch für unsere Lieben
die noch in der Heimat zurückgeblieben.

Ich denke so oft auch an diese Armen
sie sind ja freilich zum erbarmen
wir wollen auch weiter für sie beten
daß sie diesen Weg auch bald antreten.
Nimm sie Herr an deine Hand
und führe sie auch ins Mutterland,
denn sie finden zu Hause nicht mehr die Ruh'
nur du kannst ihnen helfen, Herr nur du.

Entschuldigt mir ihr meine Lieben
ich wollte niemanden betrüben,
aber manchmal bin ich sehr gerührt,
wenn mich der Gedanke nach Hause führt.
Gott möge auch ihnen öffnen die Türen
und uns bald wieder zusammen führen,
er möge mit uns allen sein
daß wir uns auch am nächsten Mardischer Treffen freuen.

Nun will ich noch mal den herzlichsten Dank aussagen
all denen, die zu dem Treffen beigetragen,
natürlich auch allen anderen Gästen
denn ohne sie, hätte man nicht können festen.
Nun will ich schließen meine Zeilen
nicht daß sie euch vielleicht langweilen,
aber wenn ihr vergeßt wie es dort ist gewesen
so braucht ihr nur diesen Brief zu lesen.

Da ist unser erstes Treffen beschrieben,
ich glaube ich habe nichts übertrieben.
Nun bleibt alle gesund jede Frau, jeder Mann
Auf Wiedersehen in zwei Jahren dann.
Ich wünsche Euch bis dahin eine recht schöne Zeit
und hoffe daß Ihr mir nicht böse seid.

(881 Wörter in diesem Text)
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» Substance: pragmaMx » Style: Ahren Ahimsa